Branchenverzeichnisse: Welche Einträge sich für dein Unternehmen lohnen

Für die meisten lokalen Unternehmen lohnen sich wenige, tatsächlich genutzte Branchenverzeichnisse: zuerst das Google-Unternehmensprofil, dann Bing Places und Apple Business, danach Gelbe Seiten, Das Örtliche, Das Telefonbuch, 11880.com und ein Portal deiner Branche. Bei Kartendiensten und großen allgemeinen Verzeichnissen ist der Grundeintrag kostenlos. Bezahlte Pakete verbessern die Platzierung im Verzeichnis, nicht dein Google-Ranking. Entscheidend sind überall dieselben, korrekten Firmendaten.
Inhalt
Was ist ein Branchenverzeichnis?
Ein Branchenverzeichnis ist eine Sammlung von Unternehmenseinträgen, die Kunden nach Branche und Ort durchsuchen, etwa Gelbe Seiten, Das Örtliche oder 11880.com. Andere Namen sind Branchenbuch, Firmenverzeichnis oder Online-Branchenverzeichnis. Aus dem gedruckten Branchenbuch sind Websites und Apps geworden. Meist enthält ein Eintrag Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten, Website und Branche, oft auch Logo, Fotos und eine Kurzbeschreibung.
Dieselbe Aufgabe erfüllen heute Kartendienste wie Google Maps und Apple Karten sowie Bewertungsportale. Sie gehören deshalb mit auf deine Liste.
Wie Kunden in Verzeichnissen suchen
Kunden suchen in einem Verzeichnis nach Branche und Ort, etwa „Elektriker Hannover“, und bekommen eine Liste passender Betriebe statt einzelner Webseiten. Die Reihenfolge bestimmt der Betreiber; bei den Verlagsverzeichnissen lässt sich ein besserer Platz in dieser Liste kaufen.
Google zeigt bei lokalen Suchen ebenfalls Betriebe statt nur Websites und gewichtet sie laut Google-Hilfe zum lokalen Ranking hauptsächlich nach Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Die alte Trennung „Verzeichnis ordnet nach Branche, Suchmaschine listet Websites“ gilt deshalb nicht mehr: Mit den Unternehmensprofilen betreibt Google selbst ein Branchenverzeichnis.
Wer nutzt Branchenverzeichnisse noch?
Branchenverzeichnisse werden weiter genutzt, Zahlen dazu stammen aber vor allem von den Betreibern. Das Örtliche nennt 14 Millionen Besucher pro Monat (IVW, Durchschnitt Juli bis Dezember 2021), Gelbe Seiten mehr als 651 Millionen Suchen pro Jahr (GfK-Studie 2022 im Auftrag des Betreibers), 11880.com rund 40 Millionen Nutzer im Jahr.
Ob deine Kunden dazugehören, zeigt nur deine eigene Prüfung: Frag neue Kunden, wo sie dich gefunden haben. Ein Eintrag kann auch ohne Websitebesuch wirken, weil Telefonnummer, Route und Öffnungszeiten direkt darin stehen.
Was Einträge für deine lokale Sichtbarkeit bringen
Einträge machen deinen Betrieb dort auffindbar, wo Kunden suchen, und bestätigen deine Firmendaten außerhalb der eigenen Website. Solche Erwähnungen von Name, Adresse und Telefonnummer heißen im Local SEO „Local Citations“.
Google speist Unternehmensprofile laut eigener Hilfe aus gecrawlten Webinhalten, lizenzierten Daten von Drittanbietern sowie Angaben von Nutzern und Inhabern. Für die Bekanntheit zieht Google auch heran, wie viele Websites auf ein Unternehmen verweisen und wie viele Rezensionen es hat. Bing gleicht Inhaberangaben mit Suchmaschinen, Websites und sozialen Netzwerken ab. Verzeichnisse sind damit ein Baustein; wie sie mit Profil, Website, Bewertungen und Messung zusammenspielen, zeigt unsere Local-SEO-Checkliste.
Wann sich ein Eintrag lohnt
Der Eintrag lohnt sich, wenn deine Kunden das Verzeichnis tatsächlich nutzen oder wenn er deine Firmendaten an einer wichtigen Stelle bestätigt. Das gilt auch mit eigener Website: Der Eintrag erreicht Menschen, die gerade im Verzeichnis oder in der Karten-App suchen, und führt sie im besten Fall zu dir. Ziel ist eine Anfrage, nicht der Eintrag. Damit kaufst du kein besseres Google-Ranking; laut Google lässt es sich nicht einfordern, auch nicht gegen Bezahlung.
Karten-Apps, Sprachassistenten und KI-Antworten
Karten-Apps und Sprachassistenten zeigen Firmendaten aus den Profilen ihrer eigenen Plattform. Apple spielt Standortkarten aus Apple Business in Karten, Siri, Kalender, Nachrichten und Spotlight aus; Google zeigt Unternehmensprofile über Schnittstellen auch auf Websites und in Apps von Drittanbietern. Welche Quellen ein KI-Assistent nutzt, lässt sich von außen nicht verlässlich prüfen. Unsere Einordnung: Vollständige, widerspruchsfreie Kernprofile bei Google, Apple und Bing lassen veralteten Angaben am wenigsten Raum.
Welche Branchenverzeichnisse in Deutschland zählen
In Deutschland zählen drei Gruppen: die Kartendienste von Google, Microsoft und Apple, die allgemeinen Verzeichnisse Gelbe Seiten, Das Örtliche, Das Telefonbuch und 11880.com sowie Portale deiner Branche, Kammer oder Region.
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| Verzeichnis | Art | Grundeintrag | Bezahlte Optionen |
|---|---|---|---|
| Google-Unternehmensprofil | Kartendienst (Google Suche, Maps) | kostenlos | Besseres lokales Ranking laut Google nicht käuflich |
| Bing Places for Business | Kartendienst (Bing) | kostenlos | – |
| Apple Business | Kartendienst (Apple Karten, Siri, Spotlight) | kostenlos | Anzeigen in Apple Maps laut Ankündigung vom März 2026 zunächst nur USA und Kanada |
| Gelbe Seiten, Das Örtliche, Das Telefonbuch | Verlagsverzeichnisse | kostenlos | Starteintrag: 3 Monate kostenlos, danach Jahres-Abo für 358,80 € (29,90 € pro Monat); Premium auf Anfrage |
| 11880.com | Branchenbuch, Eintrag erscheint auch bei werkenntdenBESTEN | kostenlos | – |
| Yelp | Bewertungsportal | Seite kostenlos beanspruchen | Werbung (Yelp Ads) |
| Handwerkerradar | Verzeichnis der Handwerkskammern | über die zuständige Kammer | – |
| Portal deiner Branche | Fach- oder Buchungsportal | je nach Anbieter | Abo, Gebühr pro Anfrage oder Provision möglich |
Zuerst: das Google-Unternehmensprofil
Dein wichtigster Eintrag ist das Google-Unternehmensprofil (früher Google My Business), weil es deine Angaben direkt in der Google Suche und in Google Maps zeigt. Du legst es kostenlos an oder beanspruchst ein vorhandenes, unbestätigtes Profil über Google Maps. Danach bestätigst du per Telefon, SMS, E-Mail, Videoanruf oder Postkarte, dass du das Unternehmen vertreten darfst; welche Wege du bekommst, legt Google fest. Bestätigte Unternehmen erscheinen laut Google eher in den Suchergebnissen. Wie du das Profil Feld für Feld ausbaust, zeigt der Ratgeber Google-Unternehmensprofil optimieren.
Bing Places und Apple Business
Bing Places for Business und Apple Business sind ebenfalls kostenlos und bringen deine Daten in die Kartendienste von Microsoft und Apple. Bei Bing kannst du dein Google-Konto verknüpfen und den Google-Eintrag importieren; spätere Google-Änderungen übernimmt Bing bei der nächsten Synchronisierung. Ein Fehler im Google-Profil landet so auch bei Bing.
Apple hat seinen Dienst umbenannt: Seit dem 14. April 2026 ersetzt Apple Business das bisherige Apple Business Connect. Vorhandene Standorte und Ortskarten hat Apple laut Apple Newsroom automatisch übernommen. Dort pflegst du je Standort eine Ortskarte mit Fotos, Öffnungszeiten und Kontaktdaten und siehst, wie Kunden dich in Karten suchen und aufrufen.
Gelbe Seiten, Das Örtliche, Das Telefonbuch und 11880.com
Die großen allgemeinen Verzeichnisse bieten einen kostenlosen Grundeintrag und verkaufen Pakete für mehr Sichtbarkeit im eigenen Verzeichnis. Gelbe Seiten, Das Örtliche und Das Telefonbuch nutzen dieselbe Struktur aus Grund-, Start- und Premium-Eintrag. Deine Daten prüft bei Gelbe Seiten der regional zuständige Verlag redaktionell. Für 11880.com trägst du dich in zwei Schritten ein, der Eintrag erscheint zugleich bei werkenntdenBESTEN.
Ältere Listen nennen oft Marken, die es nicht mehr eigenständig gibt: goyellow.de leitet auf gelbeseiten.de weiter, klicktel.de auf 11880.com (geprüft am 04.11.2026).
Branchen- und Kammerportale
Ein Portal deiner Branche lohnt sich, wenn deine Kunden dort tatsächlich vergleichen, anfragen oder buchen. Solche Portale gibt es etwa für Handwerk, Gesundheit, Gastronomie und Hotellerie, mit unterschiedlichen Modellen: kostenloses Basisprofil, Abo, Gebühr pro Anfrage oder Provision pro Buchung. Wäge Reichweite gegen Kosten und Abhängigkeit ab, denn läuft der Kontakt über die Plattform, liegt die Kundenbeziehung zunächst dort. Konditionen prüfst du auf der Preisseite des Anbieters und notierst das Datum.
Kammerverzeichnisse sind ein Sonderfall: Ins Handwerkerradar kommst du über deine Handwerkskammer, und nicht jeder Kammerbezirk ist dort vertreten. Arbeitgeberportale helfen bei der Personalsuche, nicht bei Kundenanfragen.
Welche Rolle Bewertungen auf Portalen spielen
Bewertungen auf Portalen helfen Kunden bei der Auswahl; für dein Google-Ranking nennt Google aber die Rezensionen im eigenen Profil. Je mehr Rezensionen und positive Bewertungen dort eingehen, desto besser kann laut Google das lokale Ranking ausfallen. Viele Verzeichnisse wie werkenntdenBESTEN oder Yelp sind zugleich Bewertungsportale; dass ihre Sterne bei Google erscheinen, ist nicht garantiert. Antworte auf Bewertungen dort, wo deine Kunden sie schreiben.
Wie viele Einträge du brauchst
Als Faustregel reichen für die meisten lokalen Betriebe die drei Kartendienste, die vier großen allgemeinen Verzeichnisse und ein bis zwei Branchen- oder Regionalportale; eine feste Zahl gibt Google nicht vor. Jeder weitere Eintrag will gepflegt werden. Welche regionalen Portale zählen, hängt vom Einzugsgebiet ab; für die Regionen, in denen wir arbeiten, ordnen unsere Standortseiten Suchumfeld, Branchen und Wettbewerb ein.
Eintrag kostenlos oder bezahlt?
Bei Kartendiensten und großen allgemeinen Verzeichnissen ist der Grundeintrag kostenlos; Geld kosten Zusatzpakete, Werbung und Vermittlungsgebühren von Fachportalen. Für die meisten Betriebe ist der Gratiseintrag der richtige Start.
Was der kostenlose Grundeintrag leistet
Der kostenlose Grundeintrag macht dich mit Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten auffindbar. Das Örtliche und Das Telefonbuch bieten laut Leistungsübersicht im Grundeintrag auch Logo, Fotos, Website, Social-Media-Profile und einen Freitext mit 500 Zeichen. Im Grundeintrag von Gelbe Seiten fehlen mehrere Suchworte, Videos und ein besseres Ranking.
Der Starteintrag kostet bei allen drei nach drei Gratismonaten 29,90 € im Monat, abgerechnet als Jahres-Abo für 358,80 € zuzüglich Umsatzsteuer (Stand: November 2026, laut Gelbe Seiten, Das Örtliche und Das Telefonbuch). Dafür gibt es eine bessere Platzierung in der Trefferliste, eine werbefreie Detailseite, drei bis fünf Suchworte und Werbereichweite, alles innerhalb des Verzeichnisses und nicht in der Google Suche. Premium-Einträge kalkulieren die Verlage individuell. Bei Yelp ist die eigene Seite kostenlos, Werbung kostet extra.
Wann sich ein bezahltes Paket rechnet
Ein bezahltes Paket rechnet sich, wenn es nachweislich mehr Aufträge bringt, als es kostet. Rechne mit dem Deckungsbeitrag pro Auftrag, also dem Betrag, der nach Material und Arbeitszeit übrig bleibt. Als illustratives Rechenbeispiel: Bei 358,80 € netto im Jahr und 150 € Deckungsbeitrag pro Auftrag brauchst du drei zusätzliche Aufträge, die nachweislich über das Verzeichnis kommen (358,80 € ÷ 150 € = 2,4). Die 150 € sind frei gewählt.
Nutze die Testphase als Messzeitraum und notiere die Kündigungsfrist am Buchungstag. Bei Gelbe Seiten kündigst du zwei Wochen vor Ende der dreimonatigen Testphase, sonst beginnt das Jahres-Abo; danach gilt eine Frist von sechs Wochen vor Laufzeitende.
So trägst du dein Unternehmen richtig ein
Trag dein Unternehmen in fester Reihenfolge ein: Stammdaten festlegen, dann Google, Bing und Apple, danach die allgemeinen Verzeichnisse und zuletzt ein Fachportal. So entsteht jeder Eintrag aus demselben Datensatz.

Diese Reihenfolge empfehlen wir, weil jeder Schritt auf dem vorherigen aufbaut:
- Stammdatenblatt: Name, Adresse, Telefon, Website, Öffnungszeiten, Kategorie, Kurzbeschreibung, Logo und Fotos festhalten.
- Google-Unternehmensprofil anlegen oder beanspruchen und bestätigen.
- Bing Places mit dem Google-Konto verknüpfen und importieren.
- Apple Business: Standort und Ortskarte anlegen.
- Allgemeine Verzeichnisse: erst nach vorhandenen Einträgen suchen, dann ergänzen oder anlegen.
- Ein bis zwei Fach- oder Kammerportale, die deine Kunden wirklich nutzen.
- Pflegeliste mit Verzeichnis, Zugang, Status und letzter Prüfung.
Massen-Eintragsdienste gehören nicht dazu; warum, steht im Abschnitt zu Kostenfallen.
Bestehende Einträge finden und übernehmen
Such vor jedem neuen Eintrag nach einem vorhandenen, denn Kartendienste und Verzeichnisse führen Einträge auch ohne dein Zutun. Dubletten erzeugt ein zweiter Eintrag. Ein unbestätigtes Profil beanspruchst du bei Google über Google Maps; hat es jemand anderes bestätigt, beantragst du die Inhaberschaft beim bisherigen Inhaber. Vorhandene Einträge beanspruchst du im Bing-Places-Konto, bei Gelbe Seiten forderst du Änderungen über „Daten ändern“ im Eintrag oder beim zuständigen Verlag an.
Warum du in Verzeichnissen stehst, die du nie gepflegt hast
Verzeichnisse übernehmen Daten voneinander und aus fremden Quellen, deshalb tauchen alte Angaben auch dort auf, wo du nie etwas eingetragen hast. Google nutzt neben deiner Website lizenzierte Drittanbieterdaten und Hinweise von Nutzern, ein Eintrag bei 11880.com erscheint zugleich bei werkenntdenBESTEN, und Bing importiert auf Wunsch Google-Daten. Korrigiere einen Fehler deshalb zuerst an der Quelle, also auf deiner Website und in den Kernprofilen, danach in den übrigen Einträgen. Gelbe Seiten, Das Örtliche und Das Telefonbuch prüfst du trotz gleicher Pakete einzeln.
Welche Angaben in jeden Eintrag gehören
In jeden Eintrag gehören dieselben Stammdaten: Name, Adresse, Telefonnummer, Website, Öffnungszeiten, Hauptkategorie und eine Kurzbeschreibung, dazu Logo und echte Fotos. Übernimm sie aus dem Stammdatenblatt, statt sie neu zu tippen.
Beim Namen ist Googles Regel ein guter Maßstab: der Name, den du auf Schild, Website, Briefpapier und gegenüber Kunden nutzt, ohne Slogans, Leistungs- oder Lagezusätze. Rechtsformzusätze wie GmbH gehören laut den Google-Richtlinien für Unternehmensprofile nur in den Profilnamen, wenn du belegen kannst, dass sie Teil des Namens sind. Die volle Handelsregister-Firmierung ist im Verzeichnis also nicht automatisch richtig. Leg eine Schreibweise fest und nutze sie überall.
Gib eine Telefonnummer an, die du direkt verwaltest; Google lässt im Profil weder Sonderrufnummern noch Weiterleitungsnummern ohne direkte Verbindung zu. Wähle die Kategorie so genau wie möglich und verlinke die passende Seite deiner Website, etwa die Standortseite.
Diese Angaben müssen überall identisch sein; auch Bing empfiehlt einheitliche Namen, Adressen, Telefonnummern und Websites auf allen Kanälen. Wie du Abweichungen findest und bereinigst, erklärt unser Beitrag zur NAP-Konsistenz.
Wie ausführlich die Beschreibung sein sollte
Zwei bis vier Sätze reichen: was du anbietest, für wen und in welchem Gebiet. Das Örtliche und Das Telefonbuch erlauben im Freitext ohnehin nur 500 Zeichen. Schreib konkret, etwa „Elektroinstallation und Wallboxen für Privathaushalte in Hannover“ statt „Ihr kompetenter Partner“. Ausführliche Leistungen, Preise und Referenzen gehören auf deine Website. Erscheint ein Verzeichnisprofil bei Suchen nach deinem Firmennamen neben deiner Website, kann die Kurzbeschreibung das Erste sein, was Interessenten von dir lesen.
Einträge pflegen und Anfragen messen
Führe eine Liste aller Einträge mit Zugang, Status und Datum der letzten Prüfung, und zieh jede Änderung sofort überall nach: Umzug, neue Telefonnummer, Öffnungszeiten, Name. Automatisch klappt das nur teilweise. Bing übernimmt Änderungen aus einem verknüpften Google-Konto, bei Gelbe Seiten prüft der Verlag jede Änderung vor der Freischaltung, die übrigen Einträge pflegst du in der Regel selbst. Wir empfehlen eine Durchsicht pro Quartal. Soll die Pflege dauerhaft extern laufen, kann sie Teil einer laufenden SEO-Betreuung sein.
Anfragen misst du am zuverlässigsten über den Website-Link im Eintrag. Häng Kampagnenparameter an, etwa ?utm_source=gelbeseiten; Google Analytics ordnet Besuche über solche UTM-Parameter der Quelle zu. Apple Business zeigt zusätzlich Suchen, Aufrufe und angetippte Aktionen in Karten, und neue Kunden kannst du direkt fragen. Eine eigene Telefonnummer je Verzeichnis ist keine gute Idee: Sie bricht die einheitlichen Daten, und Google verlangt eine direkt verwaltete Nummer ohne Weiterleitung.
Seriöse und wertlose Verzeichnisse unterscheiden
Ein seriöses Verzeichnis hat echte Nutzer, einen erkennbaren Betreiber und prüft, wer einen Eintrag anlegt oder ändert. Schnelltest: Erscheint das Verzeichnis mit einer eigenen Trefferseite, wenn du bei Google nach deiner Branche und deinem Ort suchst? Dann suchen dort vermutlich auch Kunden.
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| Merkmal | Gutes Zeichen | Warnsignal |
|---|---|---|
| Nutzung | Trefferseiten bei Google für Branche und Ort, aktuelle Einträge | keine erkennbaren Besucher, leere Kategorien |
| Betreiber | Impressum mit Anschrift | kein Impressum, anonymer Betreiber |
| Prüfung | Bestätigung oder redaktionelle Prüfung | sofortige Aufnahme ohne Prüfung |
| Umfeld | Einträge passen zu Region oder Branche | Linklisten, fachfremde Einträge, kein Bezug zu deinem Markt |
| Angebot | kostenloser Grundeintrag, klare Preisseite | Paket für Dutzende Verzeichnisse auf einmal |
Kennzahlen wie „Domain Authority“ stammen von SEO-Tool-Anbietern, nicht von Google, und taugen nur als grobe Orientierung. Google selbst nennt Links von Verzeichnissen geringer Qualität in seinen Spamrichtlinien als Beispiel für Link-Spam.

Unseriöse Angebote und Kostenfallen
Ignoriere Angebote, die Einträge in viele Verzeichnisse auf einmal verkaufen, und unterschreibe kein Formular, das wie eine Rechnung oder ein amtliches Register aussieht. Massendienste arbeiten in der Regel automatisiert, und automatisiert erstellte Links nennt Google als Beispiel für Link-Spam.
Die IHK Nürnberg warnt vor Adressbuchschwindel: Kurz nach der Eintragung ins Handelsregister erhalten Gründer rechnungsähnliche Formulare, die kostenpflichtige Einträge in vermeintlich offizielle Register oder Verzeichnisse als notwendig darstellen. Die IHK bietet dazu ein Merkblatt mit Musterschreiben.
Der Bundesgerichtshof entschied 2012 (Urteil vom 26. Juli 2012, VII ZR 262/11), dass eine unauffällig platzierte Entgeltklausel in einem „Eintragungsantrag“ nicht Vertragsbestandteil wird, weil Grundeinträge in Internet-Branchenverzeichnisse vielfach kostenlos angeboten werden. Die Zahlungsklage über 773,50 € scheiterte. Das betraf einen Einzelfall und ist keine Rechtsberatung. Bist du unsicher, zahle nicht vorschnell und frag deine IHK. Auch seriöse Angebote kosten Geld, wenn du Fristen übersiehst.
Welchen SEO-Wert Verzeichnislinks haben
Verzeichnislinks sind kein verlässlicher Rankinghebel; ihr Wert liegt vor allem in Auffindbarkeit und bestätigten Firmendaten. Google nutzt Links zwar als Signal für die Relevanz von Seiten, wertet aber Links, die vor allem das Ranking manipulieren sollen, als Link-Spam, etwa gekaufte Links und Links von minderwertigen Verzeichnissen. Bezahlte Links sollen rel="sponsored" oder rel="nofollow" tragen; diese Attribute behandelt Google seit 2019 als Hinweise, nicht als feste Regeln.
Ob ein Verzeichnis seine Links so kennzeichnet, zeigt der Quelltext des Eintrags; 11880.com etwa wirbt mit einem „Gratis Backlink“. Für die lokale Bekanntheit zählt Google die Websites, die auf dein Unternehmen verweisen, beschreibt aber nicht, welche Art von Verweis zählt. Plane Verzeichnisse deshalb als Ort, an dem Kunden dich finden, nicht als Linkquelle. Willst du Profil, Verzeichnisse, Website und Linkaufbau nicht selbst bewerten, übernehmen wir das als SEO-Agentur im Rahmen der gesamten Optimierung.
Können Verzeichniseinträge schaden?
Einzelne schwache Verzeichniseinträge schaden in der Regel nicht; riskant sind viele gekaufte oder automatisch erzeugte Links. Google rät, Links nur dann für ungültig zu erklären, wenn eine erhebliche Zahl von Spam- oder minderwertigen Links auf die Website zeigt und diese eine manuelle Maßnahme ausgelöst haben oder wahrscheinlich auslösen. Für die meisten Websites ist das Tool zum Entwerten von Links nicht nötig. Verzeichnislinks pauschal zu entwerten, wie manche ältere Ratgeber empfehlen, ist daher unnötig. Hast du Massen-Einträge gekauft, bitte zuerst die Betreiber um Löschung.
Häufige Fragen zu Branchenverzeichnissen
Wie lange dauert es, bis ein neuer Eintrag sichtbar ist?
Bei Google kann es mit Bestätigung per Post rund drei Wochen dauern: Der Code kommt meist innerhalb von 14 Tagen, die Prüfung danach dauert bis zu fünf Arbeitstage, selten länger. Ändere in dieser Zeit weder Name noch Adresse noch Kategorie, sonst funktioniert der Code nicht. Sobald der Eintrag online ist, meldet sich der Verlag von Gelbe Seiten per E-Mail; Änderungen können laut Betreiber mehrere Tage dauern.
Kann ich mich ohne Ladengeschäft oder mit Privatadresse eintragen?
Ja, bei Google und Bing trägst du dich auch ohne Ladengeschäft ein und blendest eine private Adresse aus. Als Dienstleister ohne Kundenstandort legst du bei Google ein Profil mit Einzugsgebiet an und entfernst die Privatadresse aus dem Profil, damit Kunden sie nicht sehen. Ein virtuelles Büro, also eine nur angemietete Postanschrift, ist dort nicht zulässig. Bing verlangt eine gültige Adresse zur Überprüfung, lässt Dienstleister sie aber in den Suchergebnissen ausblenden. Die Adresse gehört bei 11880.com zu den Firmendaten; prüfe bei jedem Verzeichnis, ob sie öffentlich erscheint.
Ist ein Branchenverzeichnis dasselbe wie das Handelsregister?
Nein, das Handelsregister ist ein amtliches Register nach dem Handelsgesetzbuch, ein Branchenverzeichnis dagegen ein freiwilliges Angebot privater Betreiber. Ins Handelsregister werden unter anderem Einzelkaufleute, OHG, KG, GmbH und AG mit Angaben zu Gründung, Vertretung und Haftung eingetragen. Laut Bundesjustizministerium kann es jeder über das Registerportal handelsregister.de einsehen; Registerdokumente sind dort seit dem 1. August 2022 kostenfrei abrufbar.
Kann ich einen falschen oder doppelten Eintrag löschen lassen?
Ja, über den Betreiber des Verzeichnisses. Ein fehlerhaftes Google-Profil korrigierst du über eine vorgeschlagene Änderung oder meldest den Eintrag zur Entfernung; für Löschungen nach europäischem Datenschutzrecht oder aus anderen rechtlichen Gründen gibt es eigene Anträge. Andere Verzeichnisse: Hier wendest du dich an den Betreiber laut Impressum. Bei Dubletten beanspruchst du besser den richtigen Eintrag und lässt den doppelten entfernen, statt beide zu pflegen.
Bereit für mehr Rankings?
Wissen ist der erste Schritt — professionelle Umsetzung der zweite.
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